Was ist Laktose?

Was ist Laktose?Laktose ist ein lateinischer Begriff und bedeutet Milchzucker. „Lac“ lässt sich mit Milch übersetzen und „ose“ ist im Lateinischen für Zucker die chemische Endsilbe. Der Milchzucker besteht im Prinzip aus zwei wichtigen Molekülen die Galaktose und Glukose heißen und zu den sogenannten Disacchariden gehören. Bei den Disacchariden handelt es sich um chemisch organische Verbindungen der Kohlenhydrate. Damit bei der Verdauung diese zwei Moleküle gespalten werden können, ist der Organismus auf ein körpereigenes Enzym angewiesen, was unter dem Namen Laktase bekannt ist. Laktase, oder auch in der Kurzform nur LPH genannt spaltet also die Laktose in ihre Bestandteile auf, Galaktose ist der Schleimzucker und in den Traubenzucker, also in Glukose.

Die Formel von LaktoseLaktase wird normalerweise im Dünndarm schon in den ersten Kinderjahren hergestellt, aber auch bei erwachsenen Menschen kann sich durchaus noch Laktase im Körper produzieren. In der Regel wird im laufenden Alter allerdings die Laktase nur noch in wenigen Mengen gebildet, weshalb die in der Milch enthaltene Laktose durch den Laktasemangel auch nicht mehr verdaut werden kann und es dadurch zu einer Laktoseunverträglichkeit kommt. Auf die Frage was ist Laktose kann man aber auch antworten, dass es sich dabei um einen natürlichen Bestandteil der Muttermilch und Tiermilch handelt, der in den meisten Milchprodukten vorhanden ist. Für Säuglinge ist Laktose zumindest in den ersten Lebenswochen die wichtigste Energiequelle, da die eigentliche Nahrung in diesem Fall nur aus der Milch der Mutter besteht.

Wer ist der Erfinder der Laktose?

Was ist Laktose ist hiermit eigentlich schon beantwortet, aber es lohnt sich trotzdem, noch etwas in der Vergangenheit zu forschen um herauszufinden, wer eigentlich der Erfinder, oder Entdecker der Laktose ist.

Laktose EntdeckungBekannt wurde die Laktose schon im Jahr 1615, als ein bekannter italienischer Chemiker und Mediziner mit Namen Fabrizio Bartoletti die Laktose aus der Milch erfolgreich isolieren konnte. Allerdings gilt auch der 1683 verstorbene deutsche Arzt Michael Ettmüller als Entdecker der Laktose. Bartoletti gab den Kristallen die er aus der Molke isolieren konnte den hochtrabenden Namen Manna aus der Molke, wobei Manna allerdings als Salz übersetzt wird und nicht als Himmelsschmaus.
Der italienische Professor für Anatomie und Chirurgie brachte mehrere wichtige Werke heraus, darunter auch das Antidotarium Chimico Dogmaticum, mehrere Auflagen der Encyclopaedia Hermetico Dogmatica, De Hydrope Pulmonum, sowie auch einige Werke speziell über Anatomie. Aber nicht nur in den Werken von Fabrizio Bartoletti wurde Laktose erstmals erwähnt, auch im 18. Jahrhundert wurde in verschiedenen Arzneibüchern unterschiedlicher Autoren der Milchzucker als gutes krampf- und vor allem schmerzlinderndes Heilmittel empfohlen.

Für was wird Laktose sonst noch benötigt?

Laktose ist aber nicht nur der bedeutendste Energielieferant in der Säuglingsnahrung, sondern der Milchzucker spielt auch eine wichtige Rolle in den unterschiedlichsten Industriezweigen. In der Lebensmittelindustrie wird er beispielsweise für sehr viele Kinderspeisen verwendet, für Wurstwaren, Fertigsoßen und auch in Backwaren wegen seinem farbstabilisierenden Effekt, sowie auch in der pharmazeutischen Industrie als gute Trägersubstanz, was die Herstellung von Arzneimitteln wie Tabletten angeht.

Laktose Verwendung in derLebensmittelindustrieLaktose ist im Prinzip eigentlich nur eine farblose und kristalline Substanz, die im Vergleich zu anderen Zuckerformen weniger wasserlöslich ist. Als Zusatzprodukt in Lebensmitteln wird dadurch eine cremige Konsistenz erzielt, aber auch für Tiefkühlkostprodukte hat der Milchzucker eine sehr gute texturverändernde Eigenschaft. Desweiteren wird Laktose auch für die Milchsäureproduktion benötigt.

Laktose ist in der Schwangerschaft ein beliebtes Abführmittel ohne bekannte Nebenwirkungen und auch Diabetiker können im Rahmen ihrer empfohlenen Broteinheiten normalerweise problemlos Laktose oder laktosehaltige Produkte verzehren. Der Blutzuckeranstieg ist nach dem Verzehr von Milchzucker allerdings etwas höherer als nach der Einnahme von Fruktose, aber dafür auch deutlich niedriger im Vergleich zu Glukose. Für Säuglinge ist der Milchzucker sozusagen das erste Kohlenhydrat, weshalb Laktose für die Säuglings- und Kindernahrung eine sehr wichtige Rolle spielt.

Wie viel Laktose ist gesund?

In Deutschland nimmt ein Erwachsener zwischen 20 und 30 Gramm Laktose pro Tag mit einer vollwertigen Ernährung auf. Liegt keine Laktoseintoleranz vor, dann ist die Verwendung von Milchzucker auch über einen längeren Zeitraum zumindest in wissenschaftlicher Hinsicht unbedenklich. Es kommt also auch dann nicht zu einem Gewöhnungseffekt, wenn man täglich viel Milch trinkt oder mehrere Joghurts verzehrt. In vielen Fällen von Darminfektionen und Obstipationen kann Laktose sogar eine heilende Wirkung haben, allerdings sollte man den Organismus erst langsam an eine höhere Dosis von Milchzucker gewöhnen. Säuglinge beispielsweise können je nach Alter und Absprache mit dem Kinderarzt zwischen einem und drei Teelöffel pro Tag erhalten.

Wer sollte keine Laktose verzehren?

Laktose sollte allerdings nicht verzehrt werden bei Laktoseintoleranz, bei einer Allergie von Milcheiweiß und auch nicht bei Galaktosämie, was Störungen im Galaktosestoffwechsel sind die aber glücklicherweise nur sehr selten vorkommen. Eine laktosefreie Ernährung ist für Betroffene sehr wichtig. Was die Milcheiweiß Allergie angeht, so können schon die kleinsten Spuren von Laktose unangenehme allergische Reaktionen auslösen, falls die Allergie bereits schon stark ausgeprägt ist.

Was ist Laktose und was man damit machen kann sollte hiermit eigentlich geklärt sein. Insgesamt gesehen handelt es sich bei Milchzucker um eine wichtige Energiequelle, vorwiegend für Säuglinge und Kinder, die im Damm Fäulnisbakterien hemmen kann und die Kalziumaufnahme ausgezeichnet unterstützt.