Milchzucker

MilchzuckerMilchzucker ist in den meisten Milchprodukten enthalten und auch unter dem Namen Laktose bekannt. Es handelt sich dabei nicht um einen künstlichen Zusatz, sondern um einen natürlichen Inhaltsstoff der Milch. Allerdings wird Laktose mittlerweile in zahlreichen industriell hergestellten Nahrungsmitteln verwendet, also nicht nur in Milchprodukten. Milchzucker kann beispielsweise im Trockengebäck vorhanden sein, in Müslimischungen, Fertiggerichten, Wurst und auch in Süßstoffen. In der industriellen Verarbeitung trägt Laktose zu einem größeren Backvolumen bei, als Geschmacksträger, zu einem höheren Proteingehalt, sowie auch für ein optisch besseres Aussehen.

Was genau ist Milchzucker?

Bei dem Milchzucker handelt es sich um ein Kohlenhydrat. Er zählt zu der Gruppe der Zweifachzucker, da er aus Galaktose und aus Traubenzucker besteht. Laktose ist also eine wichtige Energiequelle und für unterschiedliche Körperfunktionen zuständig.

Der durchschnittliche Anteil von Laktose in der Muttermilch beträgt in der Regel zwischen zwei bis sieben Prozent. Sie ist natürlich nicht nur in der Muttermilch von Menschen vorhanden, sondern auch in Stutenmilch, Ziegenmilch und selbstverständlich auch in der Kuhmilch. Der Milchzucker ist deshalb auch in den meisten Milchprodukten wie Sahne, Joghurt oder Buttermilch enthalten.

Wichtig für Säuglinge!

Milchzucker für BabysWichtig ist der Milchzucker in erster Linie als Säuglingsnahrung. Er liefert viel Energie und hat eine hemmende Wirkung auf die Fäulnisbakterien im Darm. Auch wird durch die Einnahme von Laktose bei Säuglingen und Kindern die Entwicklung von den Bifidobakterien unterstützt. Diese Bakterien sind für das Immunsystem sehr wichtig, da sie Krankheitserreger und Bakterien abwehren. Auch wird die Kalziumaufnahme im Körper begünstigt.

Warum haben viele Menschen eine Laktoseunverträglichkeit?

MilchzuckerUnverträglichkeitIn Deutschland leiden Millionen von Menschen an einer Unverträglichkeit vom Milchzucker. Zu den typischen Symptomen zählen Blähungen, Bauchschmerzen, Bauchgrummeln, Kopfschmerzen und Verdauungsstörungen. Damit der menschliche Organismus Laktose gut verdauen kann, muss er erst einmal gespalten werden, also in die beiden Einfachzucker Glukose und Galaktose. Für diesen Vorgang ist aber ein bestimmtes Enzym notwendig, welches im Dünndarm in den Schleimzellen hergestellt wird. Dieses Enzym ist unter dem Namen Laktase bekannt. Eine Intoleranz von Milchzucker ist auf einen Mangel an Laktase zurückzuführen.

In diesem Fall können die Moleküle nur unzureichend oder überhaupt nicht gespalten werden. Es kommt also zu einem unangenehmen Gärungsprozess.

Ein Laktasemangel erfolgt in der Regel erst im zunehmenden Erwachsenenalter, da der Organismus im fortgeschrittenem Alter im Prinzip auch nicht mehr auf die Einnahme von Muttermilch angewiesen ist. Ansonsten kann die Laktoseunverträglichkeit auch angeboren sein, es sich um einen genetischen Enzymdeffekt handeln oder eine Folge von Magen- und Darmkrankheiten sein. Sie ist im Grunde also nicht mit einer allergischen Reaktion vergleichbar.

In welchen Lebensmitteln ist Milchzucker enthalten?

Milchzucker in KäseMilchzucker ist natürlicherweise in Milch enthalten, also in der Kuhmilch, Schafsmilch und auch in der Ziegenmilch. Ansonsten kommt Laktose auch in Milchprodukten wie Molke, Buttermilch, Kondensmilch, Topfen und in Sahne vor. Aber auch im Milchpulver und in Süßigkeiten ist in der Regel Laktose ein wichtiger Bestandteil. Desweiteren können Spuren von Milchzucker im Joghurt vorhanden sein, in Frischkäse und Creme fraiche, in Käsesorten wie Chester und Emmentaler, sowie auch in Butter oder Margarine. Es kommt darauf an, ob diese Produkte pflanzlichen oder tierischen Ursprung haben.
Ansonsten wird wie schon erwähnt, Milchzucker in industriell verarbeiteten Produkten verwendet. Allerdings kann sich Laktose auch unter anderen Begriffen verstecken, weshalb ein Blick auf das vorhandene Etikett nicht immer Klarheit bietet.

Hinweise auf laktosehaltige Inhalte sind in der Regel Begriffe wie:

  • Milchzucker und Zuckerstoffe
  • Süßmolke und Süßmolkepulver
  • Milchpulver und Magermilchpulver
  • Molke und Molkenerzeugnis
  • Entrahmte oder teilentrahmte Milch
  • Magermilch
  • Backfett

Übrigens ist Laktose oder Milchzucker in vielen Medikamenten enthalten. Bei Intoleranz sollte man auf jeden Fall auf die Inhaltsstoffe der Arzneimittel achten und sich gegebenenfalls an den zuständigen Arzt wenden.

Lebensmittel, die ebenfalls viel Milchzucker enthalten können, sind Backwaren, Brote, Kekse und Waffeln, Fertiggerichte und Instanterzeugnisse, Konserven, Tiefkühlprodukte, Wurstwaren, sowie auch Gewürzmischungen, Saucen und Müslimischungen.

In welchen Lebensmitteln ist keine Laktose beinhaltet?*

Laktosefreie Produkte
Sojaprodukte
Reismilch und Mandelmilch
Getreide, darunter auch Speisestärken
Alle Nussarten
Frisches Obst und Gemüse
Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und getrocknete Erbsen
Fische und Meeresfrüchte, allerdings ohne die üblichen Fertigsaucen
Fleisch und Geflügel, auch Schinken und Rauchfleisch
Backwaren die ohne Milchspuren hergestellt werden
Naturreine Pflanzenöle und Fette
Eier
Honig, Gelee, sowie Süßwaren, die ohne Milchspuren zubereitet werden, z.B. Apfelmus

* Angaben ohne Gewähr.

Warum zeigen manche laktosefreie Produkte trotzdem geringe Werte an Milchzucker an?

Lebensmittel werden dann als laktosefrei bewertet, wenn sie höchstens 0,1 Gramm Milchzucker enthalten. Dieser Wert ist pro 100 Gramm vom jeweiligen Nahrungsmittel. Es kann also durchaus sein, dass man auf einem Etikett einen Hinweis auf geringe Spuren findet. Die meisten Menschen bekommen bei weniger als 1 Gramm (pro 100 g Produkt) absolut keine Beschwerden. Inwiefern man selbst diese Lebensmittel tolerieren kann, muss man alleine herausfinden, da jeder Organismus verschieden ist. Ein Tagebuch ist auch in diesem Fall mehr als hilfreich.

Unverträglichkeit auch selber feststellen oder zum Arzt?

Milchzucker kann zu Magenproblemen führenDie Unverträglichkeit von Milchzucker lässt sich auch durchaus selbst feststellen. Wer beispielsweise immer nach der Einnahme von Milchprodukten unter Blähungen und Bauchschmerzen leidet, hat zumindest schon einen triftigen Grund, einen Selbsttest auszuführen. Dazu ist es notwendig, mehrere Tage auf Milch und laktosehaltige Nahrungsmittel zu verzichten. Treten die Symptome in diesen Tagen nicht mehr auf, dann kann man immer noch ärztliche Tests zur Sicherheit durchführen lassen.

Optimal ist natürlich, wenn man sich in einem Tage- oder Ernährungsbuch notiert, was man alles den Tag über gegessen hat und ob es hinterher (und zu welchem Zeitraum) zu körperlichen Beschwerden kam. Dadurch kann die Suche nach der Ursache schon stark eingegrenzt werden, da es sich ja auch um eine Lebensmittelunverträglichkeit handeln kann. Bei einer Laktoseintoleranz sind die Beschwerden schnell wieder weg, wenn man auf milchzuckerhaltige Lebensmittel verzichtet.

Ab wann ist der Milchzucker schädlich?

In der Regel geht man davon aus, dass Lebensmittel die bei 100 g Gewicht nur 1 g Laktose enthalten gut verträglich sind. Mit einem Selbsttest kann man sich dadurch am besten überzeugen. Es ist also nicht in jedem Fall unbedingt notwendig auf Laktasetabletten oder laktosefreie Produkte auszuweichen. Wenig Milchzucker ist beispielsweise in Butter und Butterschmalz vorhanden, im Brie und Mozzarella, im Camembert, Feta, sowie auch in der bitteren Schokolade. Auch sind lang gereifte Käsesorten wie z.B. der Parmesankäse oder Gouda problemlos. Natürlich kommt es aber beim Genuss auch auf vernünftige Mengen an.

Milchzucker bei Verstopfung? Hilft das?

Milch trinken gesund?Milchzucker gibt es auch separat zu kaufen. Viele Mütter geben in die Babynahrung beispielsweise noch extra einen Löffel hinzu. Allerdings ist dies nicht in jedem Fall empfehlenswert, da die Babys davon gegebenenfalls Blähungen und Verdauungsprobleme bekommen können. Im Zweifelsfall sollte man sich an den Kinderarzt wenden, da Milchzucker beispielsweise auch Verstopfungsprobleme lösen kann.

Milchzucker bei Verstopfung ist natürlich absolut nichts, wenn man unter Laktoseintoleranz leidet. Ansonsten ist es als natürliches Mittel und Verdauungshilfe bekannt. Bei der Verdauung im Dickdarm entsteht Milchsäure, die wasserbindend ist. Der Darminhalt wird also durch die zusätzliche Flüssigkeit erhöht und gebunden. Er wird weicher und löst einen leichten Druck auf die Darmwände aus. Dadurch wird die Eigenbewegung vom Darm wieder unterstützt, so dass die Verdauung durch den Milchzucker bei Verstopfung wieder in Schwung kommt.

Was tun bei Laktoseintoleranz?

Die Unverträglichkeit vom Milchzucker ist heutzutage nicht mehr so schlimm, wie noch vor einigen Jahren. Mittlerweile gibt es zahlreiche Produkte als Alternativen, um auf so gut wie überhaupt nichts mehr verzichten zu müssen. Der tägliche Ernährungsplan bei Laktoseintoleranz sollte natürlich vorwiegend aus den Lebensmitteln bestehen, die nachweislich keinen Milchzucker enthalten. Bei Wurst oder anderen Backwaren beispielsweise, sollte man sich bei Zweifel an die Hersteller wenden. Ansonsten gibt es laktosefreie Milchprodukte in den meisten größeren Supermärkten zu kaufen. Dazu zählen Produkte wie laktosefreie Milch, Sahne und Joghurts. Eine weitere Option ist übrigens, auf Laktasetabletten auszuweichen um unbeschwert alle Produkte mit Milchzucker zu genießen. Diese Tabletten gibt es in Apotheken, Drogerien und über das Internet zu kaufen.

Milchprodukte weglassen – ja oder nein?

Gesundheit MilchzuckerWer Probleme mit dem Milchzucker hat und keine Tabletten dagegen nehmen will oder laktosefreie Produkte, kann natürlich auch die Milchprodukte weglassen. Allerdings sollte man sich bei dieser Entscheidung bewusst sein, dass es dadurch zu einem Mangel an Kalzium kommen kann. Obwohl im fortschreitendem Alter die Laktoseintoleranz höher ist als in jüngeren Jahren, besteht auch ein größeres Risiko an Osteoporose. Selbstverständlich kann man auch dagegen bestimmte Medikamente und Kalziumpräparate einnehmen. Allerdings gibt es auch genug andere Alternativen um mit einer Laktoseintoleranz gut zu leben. Anstatt der üblichen Milch kann man beispielsweise auf Sojamilch oder Mandelmilch ausweichen. Beide milchzuckerfreien Varianten schmecken sehr gut und bringen auch eine willkommene Abwechslung auf den Speiseplan.

Ansonsten ist eine Laktoseintoleranz auf keinen Fall lebensbedrohlich oder schlimm. Wer seine Lebenserwartung dadurch selbst einschränkt ist selber daran Schuld, da man mit einer milchzuckerarmen Diät durchaus zufrieden und vor allem beschwerdefrei leben kann.